Italienisch Abketten in Runden – elastischer und sauberer Abschluss
Das italienische Abketten in Runden ist eine besonders elegante und elastische Methode, um Rippenbündchen sauber abzuschließen. Die Technik eignet sich vor allem für Bündchen im 1-rechts-1-links-Rippenmuster und sorgt dafür, dass die Abschlusskante optisch nahezu nahtlos aus dem Rippenmuster hervorgeht.
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Anders als beim klassischen Abketten werden die Maschen beim italienischen Abketten nicht nacheinander abgestrickt und übergezogen. Stattdessen werden sie mit einer Wollnadel und dem Arbeitsfaden vernäht. Dabei wird der Faden in einer bestimmten Reihenfolge durch die rechten und linken Maschen geführt. So entsteht eine weiche, gleichmäßige und besonders dehnbare Abschlusskante.
Gerade bei in Runden gestrickten Projekten ist diese Elastizität von Vorteil. Das italienische Abketten eignet sich beispielsweise hervorragend für Ärmelbündchen, Socken, Mützen, Handschuhe oder Halsbündchen, bei denen sich die Kante gut dehnen soll, ohne anschließend auszuleiern.
Was ist das Besondere am italienischen Abketten in Runden?
Beim Stricken in Runden gibt es – anders als beim Arbeiten in Reihen – keine klassische erste und letzte Masche einer Reihe. Die Abkettkante bildet einen geschlossenen Kreis. Deshalb muss beim italienischen Abketten besonders auf den Übergang zwischen der letzten und der ersten Masche geachtet werden.
Wird dieser Übergang sorgfältig gearbeitet, ist später kaum noch zu erkennen, an welcher Stelle das Abketten begonnen und beendet wurde. Die Kante wirkt gleichmäßig und geschlossen.
Das Ergebnis erinnert optisch an den italienischen Maschenanschlag: Die rechten Maschen scheinen über die Kante hinweg auf die Rückseite des Strickstücks weiterzulaufen. Dadurch entsteht der charakteristische runde und professionelle Abschluss.
Vorbereitung für das italienische Abketten
Vor dem eigentlichen Abketten können – abhängig von der verwendeten Variante – Vorbereitungsrunden gearbeitet werden. Dabei werden rechte und linke Maschen abwechselnd gestrickt beziehungsweise mit dem Faden vor oder hinter der Arbeit abgehoben.
Diese Vorbereitungsrunden ordnen die Maschen und erleichtern anschließend das Vernähen. Gleichzeitig unterstützen sie die typische runde Struktur der Abschlusskante.
Anschließend wird der Arbeitsfaden mit ausreichend Länge abgeschnitten und in eine Woll- oder Vernähnadeleingefädelt. Als Orientierung sollte der Faden lieber etwas großzügiger bemessen werden, damit er für die gesamte Runde ausreicht.
Wie funktioniert das italienische Abketten?
Beim eigentlichen Abketten werden die rechten und linken Maschen nach einer festgelegten Reihenfolge mit der Wollnadel bearbeitet. Der Faden wird dabei abwechselnd wie zum Rechtsstricken beziehungsweise wie zum Linksstricken durch die entsprechenden Maschen geführt.
Nach und nach werden die vollständig bearbeiteten Maschen von der Stricknadel gleiten gelassen. Auf diese Weise entsteht keine klassische Abkettkante, sondern eine vernähte Verbindung, die sich harmonisch in das Rippenmuster einfügt.
Wichtig ist, den Faden während des Abkettens nicht zu fest anzuziehen. Die einzelnen Stiche sollten ungefähr der Größe der gestrickten Maschen entsprechen. Wird der Faden zu stark angezogen, verliert die Kante einen Teil ihrer Elastizität. Ist er dagegen zu locker, kann der Abschluss ungleichmäßig wirken.
Italienisch Abketten in Runden oder in Reihen?
Das Grundprinzip ist bei beiden Varianten sehr ähnlich. Beim italienischen Abketten in Reihen endet die Abkettkante an den beiden Seiten des Strickstücks. Beim italienischen Abketten in Runden müssen Anfang und Ende dagegen miteinander verbunden werden.
Gerade dieser abschließende Übergang ist entscheidend für ein gleichmäßiges Ergebnis. Deshalb lohnt es sich, beim Beenden der Runde besonders sorgfältig zu arbeiten.
Wann eignet sich das italienische Abketten?
Das italienische Abketten ist besonders geeignet, wenn ein Bündchen nicht nur sauber aussehen, sondern gleichzeitig elastisch bleiben soll. Typische Einsatzbereiche sind:
- Sockenbündchen
- Ärmelbündchen
- Mützen
- Handschuhe und Stulpen
- Hals- und Rollkragen
- andere in Runden gestrickte Rippenabschlüsse
Besonders schön wirkt die Technik bei einem 1-rechts-1-links-Rippenmuster, da sich die Struktur des Bündchens optisch über die Abschlusskante fortsetzt.
Das Ergebnis:
Durch das italienische Abketten entsteht eine runde, elastische und nahezu unsichtbare Abschlusskante. Es ist etwas aufwendiger als das klassische Abketten, bietet dafür aber einen besonders hochwertigen Abschluss und eignet sich hervorragend für Strickstücke, bei denen eine dehnbare Bündchenkante wichtig ist.
Mit etwas Übung lässt sich die Abfolge der einzelnen Schritte schnell verinnerlichen. Besonders bei Socken, Mützen, Ärmeln und anderen Bündchen, die häufig gedehnt werden, ist das italienische Abketten in Runden eine praktische und zugleich optisch sehr schöne Technik.


- Die erste Masche ist eine rechte Masche. Sollte bei dir die erste Masche eine linke Masche sein, kannst du diese einfach noch links stricken und dann mit der folgenden rechten Masche beginnen.

2. Die Nadel von hinten nach vorne zwischen der ersten rechten Masche und der folgenden linken Masche durchführen und den Faden durchziehen.

3. Dann die Nadel wie zum Rechtsstricken durch die linke Masche wieder nach hinten führen und den Faden durchziehen. Es liegen noch alle Maschen auf der Nadel.

4. Jetzt in die erste Masche wie zum Rechtsstricken einstechen und von der Nadel heben ...

5. Diese Masche mit einem Maschenmarkierer markieren.

6. Jetzt den Faden durch die Masche ziehen. Erste Masche ist nun abgekettet.

7. In die nächste rechte Masche von rechts nach links einstechen und den Faden durchziehen.

8. Jetzt in die erste linke Masche von rechts nach links einstechen, die Masche von der Nadel heben und den Faden durchziehen.

9. Die ersten beiden Maschen sind nun abgekettet.
Wiederhole Schritt 2 - 8 bis die letzten beiden Maschen auf der Nadel liegen.

10. Hier sind nun mehrerer Maschen abgekettet.

11. Hier liegen jetzt noch die letzten beiden Maschen auf der Nadel. Die Nadel wurde bereits von hinten noch vorne durch die beiden Maschen geführt. Jetzt wird Schritt 3 wiederholt (die Nadel wie zum Rechtsstricken durch die linke Masche wieder nach hinten führen und den Faden durchziehen).

12. Arbeite Schritt 4 (in die erste Masche wie zum Rechtsstricken einstechen und von der Nadel heben).

13. Nachdem nun die letzte rechte Masche abgekettet ist, führe die Nadel noch einmal durch die allererste Masche (das ist die, die wir am Anfang markiert haben).

14. Anschließend noch in die letzte linke Masche von rechts nach links einstechen, von der Nadel heben und den Faden durchziehen (analog zu Schritt 8.)

15. Den Faden direkt im Inneren der Arbeit vernähen.

16. Markieren entfernen.
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