Italienischer Maschenanschlag stricken – elastischer Maschenanschlag Schritt für Schritt erklärt
Der italienische Maschenanschlag zählt zu den elegantesten und elastischsten Maschenanschlägen beim Stricken. Er sorgt für einen besonders sauberen, professionellen Rand und geht nahezu nahtlos in das anschließende Bündchen über. Deshalb wird diese Technik häufig für Socken, Mützen, Pullover, Jacken oder andere Strickprojekte verwendet, bei denen ein dehnbarer und hochwertiger Abschluss gewünscht ist.
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Im Gegensatz zum klassischen Kreuzanschlag entstehen die Maschen beim italienischen Maschenanschlag nicht sofort vollständig. Zunächst werden die Maschen aufgenommen. Erst in der anschließenden Rückreihe beziehungsweise Vorbereitungsreihe erhalten sie ihre endgültige Form und bilden die Grundlage für das spätere Rippenmuster. Aus diesem Grund besteht das Tutorial aus zwei Teilen: dem Maschenanschlag und der vorbereitenden Rückreihe.
Der italienische Maschenanschlag eignet sich besonders für 1-rechts-1-links-Bündchen, da der Übergang zwischen Anschlag und Bündchen nahezu unsichtbar wirkt. Das Ergebnis ist ein gleichmäßiger, weicher und gleichzeitig sehr elastischer Rand, der sich angenehm dehnen lässt und nach dem Tragen wieder in seine ursprüngliche Form zurückkehrt. Gerade bei Bündchen an Mützen, Socken oder Pullovern bietet diese Technik sowohl optische als auch funktionale Vorteile.
Auf den ersten Blick wirkt der italienische Maschenanschlag etwas anspruchsvoller als ein klassischer Maschenanschlag. Sobald die grundlegenden Bewegungen jedoch verstanden sind, lässt er sich schnell und sicher arbeiten. Mit etwas Übung wirst Du feststellen, dass sich die zusätzliche Zeit am Anfang durch das besonders hochwertige Ergebnis mehr als lohnt.
In diesem kostenlosen Tutorial zeige ich Dir Schritt für Schritt, wie Du zunächst die Maschen korrekt aufnimmst und anschließend die vorbereitende Rückreihe arbeitest. Dank der ausführlichen Bilder und Erklärungen kannst Du jeden einzelnen Arbeitsschritt leicht nachvollziehen und die Technik auch als ambitionierter Anfänger sicher erlernen.
Falls Du neben dem italienischen Maschenanschlag weitere Anschlagtechniken kennenlernen möchtest, findest Du auf meiner Website außerdem kostenlose Tutorials zum Kreuzanschlag sowie zum provisorischen Maschenanschlag.
Vorab:
Das kurze Fadenende sollte lang genug sein, damit alle benötigten Maschen problemlos aufgenommen werden können. Um die passende Länge abzuschätzen, wickle ich den Faden zunächst zehnmal um die in der Anleitung angegebene Nadelstärke. Die dabei entstehende Fadenlänge dient anschließend als Orientierung für 10 Maschen. D. h. sollen beispielsweise 120 Maschen angeschlagen werden, kannst du nun einfach die 120 durch 10 teilen. Jetzt weißt du, dass du ein 12x so langes Fadenende benötigst, wie du gerade um die Nadel gewickelt hast.


- Zunächst einen klassischen Anfangskonten arbeiten. Dieser zählt als erste Masche.

Info: Wir starten hier mit einer linken Masche!
2. Die Nadel von oben unter das lange Fadenende ...

3. ... und über das kurze Fadenende führen.

4. Dann mit Hilfe des Daumens das kurze Fadenende über die Nadel nach unten ziehen, so dass eine Art Umschlag auf der Nadel liegt.

5. Nun lege mit Hilfe des Zeigefingers das lange Fadenende vor den Umschlag. Es liegt nun eine linke Masche auf der Nadel.

6. Für die rechte Masche führe die Nadel über beide Fadenenden und schiebe sie von vorne unter das kurze Fadenende.

7. Nun zieh das kurze Fadenende mit Hilfe des Daumens vor der Nadel nach unten, so dass wieder eine Art Umschlag auf der Nadel liegt.

8. Jetzt mit der Nadel den langen Faden holen und ...

9. ... unter den Umschlag durchziehen.

10. Dabei den Umschlag (kurzer Faden) mit Hilfe des Daumens hinter die Nadel (über das lange Fadenende) legen und ...

11. ... den kurzen Faden unter der Nadel lang wieder nach vorne führen. Nun liegt eine rechte Masche auf der Nadel.

12. Hier liegen nun mehrere rechte und linke Maschen auf der Nadel.
Die Schritte 2 bis 11 wiederholen, bis alle benötigten Maschen auf der Nadel liegen. Ich empfehle die letzte benötigte Masche ebenfalls mit Hilfe des Kreuzanschlages anzuschlagen, das hilft dabei, dass die Maschen besser auf der Nadel liegen bleiben.
Wir starten mit der Rückreihe:

- Die erste Masche wird entsprechend der Anleitung gearbeitet. Die nächste Masche ist in unserem Beispiel eine linke Masche, was man an dem Querfaden, der unterhalb der Masche liegt, erkennt.

2. Die linke Masche wird einfach mit Faden vor der Arbeit abgehoben. D. h. Wir legen den Faden vor die Arbeit ...

3. ... und stechen von rechts nach links in die Masche ein und heben die Masche auf die rechte Nadel.

4. Die linke Masche liegt nun auf der rechten Nadel, der Faden verläuft dabei locker vor der Masche lang.

5. Den Faden für die rechte Masche wieder hinter die Arbeit legen.

6. Mit der rechten Nadel in das hinteres Beinchen von rechts nach links einstechen und ...

7. ... den Arbeitsfaden holen.

8. Durch die Masche ziehen und sie von der linken Nadel gleiten lassen.

9. Die neue rechte Masche liegt nun auf der rechten Nadel.
Die Schritte 2 - 8 wiederholen, bis das Ende der Reihe erreicht ist. Die letzte Masche wird, wie die erste Masche, entsprechend der Anleitung gearbeitet. Im Anschluss an die eben gearbeitet Rückreihe wird nun entsprechend der Anleitung weiter gearbeitet.

Hier sind nun mehrere Maschen der Rückreihe gearbeitet.

Hier sieht man die Optik des ital. Maschenanschlags, nachdem im Anschluss mehrere Reihen im 1 re/1 li Muster gearbeitet wurde.
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