Provisorischer Maschenanschlag – Maschen vorübergehend anschlagen
Der provisorische Maschenanschlag ist eine besondere Anschlagtechnik, bei der die angeschlagenen Maschen zunächst nur vorübergehend gehalten werden. Im Gegensatz zu einem klassischen Maschenanschlag bleiben die Maschen geöffnet und können jederzeit erneut auf eine Stricknadel aufgenommen werden.
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Diese Technik kommt immer dann zum Einsatz, wenn ein Strickstück später in die entgegengesetzte Richtung weitergestrickt oder beide Seiten eines Projekts identisch gestaltet werden sollen. Häufig wird der provisorische Maschenanschlag beispielsweise bei Tüchern, Schalkragen, Babykleidung oder doppelt gestrickten Bündchen verwendet.
Ein großer Vorteil dieser Methode besteht darin, dass kein sichtbarer Anschlagrand entsteht. Dadurch lassen sich beide Strickrichtungen nahtlos miteinander verbinden und besonders saubere Übergänge erzielen. Außerdem bleibt die maximale Flexibilität erhalten, da jederzeit entschieden werden kann, wie das Strickstück später weitergeführt werden soll.
In diesem Tutorial zeige ich Dir Schritt für Schritt, wie Du den provisorischen Maschenanschlag sicher arbeitest und die Maschen anschließend wieder problemlos aufnimmst. Dank der ausführlichen Bilder eignet sich die Anleitung sowohl für Anfänger als auch für fortgeschrittene Strickerinnen und Stricker.
Wenn Du den provisorischen Maschenanschlag beherrschst, eröffnen sich Dir viele weitere Möglichkeiten beim Stricken – von doppelt gearbeiteten Bündchen über Schalkragen bis hin zu Konstruktionen, die von der Mitte aus in beide Richtungen gestrickt werden.
Vorab:
Für das Aufschlingen der Maschen arbeiten wir mit dem langen Fadenende, das zum Knäuel führt. Das kurze Fadenende dient später nur zum Vernähen und muss daher nicht besonders lang sein.


Zunächst einen klassischen Anfangsknoten arbeiten und auf eine Nadel legen. Für die folgenden Schritte die Nadeln parallel halten. Die Nadel mit dem Knoten liegt unten.

2. Den Arbeitsfaden erst hinter der unteren Nadel, dann vor der oberen Nadel nach oben fahren und um die obere Nadel legen.

3. Dann den Arbeitsfaden zwischen den beiden Nadeln wieder nach vorne holen und von vorne nach hinten um die untere Nadel legen.

4. Den Faden zwischen den beiden Nadeln wieder nach vorne holen und von vorne nach hinten um die oberes Nadel legen. (Analog zu Schritt 2.)

5. Wiederholen bis alle benötigten Maschen auf der Nadel liegen.

6. Wir sehen hier 10 Maschen auf der oberen Nadel. Auf der unteren Nadel liegt durch den Anfangsknoten eine Masche mehr. Der Knoten wird später gelöst und dann stimmt die Maschenzahl wieder überein.

7. Nadeln drehen, so dass die Spitze der Nadeln nach rechts zeigt. Die obere Nadel (die Nadel ohne Anfangsknoten) wird zu erst gearbeitet.

8. Den Arbeitsfaden mit der rechten Hand fixieren. Die untere Nadel (Nadel mit Anfangsknoten) nach rechts ziehen, so dass die Maschen auf das Seil rutschen.

9. Den Arbeitsfaden hinter die obere Nadel legen und alle Masche der Nadel ...

10. ... rechts stricken. Hier liegt die erste rechte Masche auf der Arbeitsnadel.

11. Hier sind nun drei Reihen gestrickt. - Strickstück arbeiten, wie es die Anleitung vorgibt.

12. Je nach Strickstück, ist es sinnvoll, die "offenen" Maschen auf ein separates Seil zu ziehen, damit sie beim Stricken der anderen Seite nicht stören.
Aufnehmen der "offenen" Maschen:

Die Maschen wieder auf die Nadel schieben. Der Anfangsknoten ist die erste Masche auf der Nadel.

2. Den Anfangsknoten von der Nadel nehmen und aufziehen. Keine Angst, es geht dadurch nichts wieder auf.

3. Die folgenden Maschen liegen durch das "Aufschlingen" verschränkt auf der Nadel. Das erkennst du daran, dass das vordere Maschenbeinchen hinter der Nadel liegt. Bei einer "normalen" rechten Masche, liegt dieses Beinchen vor der Nadel.

4. Um die verschränkten rechten Maschen für das folgende Strickstück zu drehen, wird die Masche rechtsverschränkt gestickt.

5. Dazu mit der Arbeitsnadel von links nach rechts in das hintere Beinchen einstechen, den Arbeitsfaden holen, durch die Masche ziehen und fallen lassen.

6. Hier siehst du nun, die neue rechte Masche. Jetzt liegt sie "richtig" (mit dem vorderen Beinchen vor der Nadel) herum auf der Arbeitsnadel. Bis zum Reihenende alle Maschen verschränkt stricken.

7. Nachdem nun ein paar Reihen gestrickt sind, siehst du, dass es keinen optischen Übergang gibt.
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